Meilensteine der Traditionsfirma Retterspitz

Seit über 100 Jahren existiert die Firma Retterspitz als Familienbetrieb.
Mit Margarete Retterspitz, einer kühnen und selbstbewussten Existenzgründerin
begann die Geschichte des Erfolges

Margarete Retterspitz, geborene Riegel.

Margarete Retterspitz wurde am 17. März 1851 mit dem Mädchennamen Riegel geboren. Sie entstammte dem westlichen Mittelfranken. Sie hatte von ihrem ersten Mann, Georg Weber, der Mediziner werden wollte, ein Rezept erhalten, das ihm ein Arzt, dessen Name nicht überliefert ist, als gutes Schönheitsmittel, Hautpflegemittel und als Heilwasser zur Behandlung von Krankheiten überlassen hatte. Das Ehepaar Weber fabrizierte das Heilwasser und brachte es mit der Bezeichnung „M. Webers Heilwasser“ in den Handel.

Schon mit 33 Jahren wurde Frau Weber Witwe. Sie setzte nach dem Tod ihres Mannes Herstellung und Vertrieb des Heilwassers fort. Zwei Jahre nach Webers Tod wurde das Heilwasser schon in ca. 60 Apotheken verkauft. In zweiter Ehe verheiratet mit Friedrich Retterspitz,

fertigte das Ehepaar um 1895 das Heilwasser in Würzburg. Etwa in diesem Jahr wurde man darauf aufmerksam, dass das Mittel nicht nur für Wunden und Hautschäden, sondern auch für tiefer liegende Entzündungen, Blinddarm, Bauchfell, Rippenfell und Lunge wirksam war. Mit dem Heilwasser wurde schnell das Fieber gesenkt und Heilung herbeigeführt. Frau Margarete nannte das Präparat „Universal-Heilwickel-Bäder von Margarete Retterspitz“. Diese Bezeichnung wurde 1901 als Warenzeichen angemeldet.
Gegen Ende ihres Lebens verlegte sie ihren Wohnsitz von Fürth in Bayern in die Schweiz, wo sie in Walzenhausen im Kanton Appenzell bis zu ihrem Tod ein Retterspitz-Kurhaus leitete. Sie starb am 19. April 1905 und ruht auf dem Friedhof St. Margarethen.

Apotheker Hans Scheck erwarb die Rezeptur von Margarete Retterspitz, da das Heilmittel in Deutschland nicht mehr verfügbar war. Im Selbstversuch hatte er mit Retterspitz-Wickeln ein hartnäckiges Magenleiden in kurzer Frist heilen

können. Das war sein Initialerlebnis. Er verkaufte seine Apotheke und gründete in Nürnberg die Retterspitz Produktion. Er nannte das volkstümliche Arzneimittel “Retterspitzwasser für äußerliche Heilanwendungen”. Ab 1920 produzierte und vertrieb er die Variante Retterspitz Innerlich.

Herrmann Scheck

Hermann Scheck übernahm die Leitung der Retterspitz-Produktion nachdem sein Vater Hans Scheck 1935 gestorben war. Mit Fleiß und Ausdauer gelang ihm eine bedeutende Vergrößerung der kleinen Firma.

Ein Blick auf das stetig
gewachsene Firmengelände.
Die Produktionsstätte wurde im Bombenterror des Zweiten Weltkrieges vernichtet. Die Familie Scheck konnte nur kärglich und mühsam mit der Herstellung des Retterspitz Spezial Mund und Gurgelwassers überleben. Nach Kriegsende schaffte Hermann Scheck unternehmungsbereit mit Hilfe der heimgekehrten Mitarbeiter am Neuaufbau und an der Produkt-entwicklung. Umsichtig und zielstrebig warb er für die Retterspitz-Produkte bei Heilpraktikern, bei Ärzten und bei Endverbrauchern auf zahlreichen medizinischen Veranstaltungen. 1961 verlegte er die Retterspitz-Firma von Nürnberg nach Behringersdorf und ließ zweckentsprechende Neubauten für Produktion und Verwaltung errichten. Ein Außendienst wurde aufgebaut.

Dr. med. Gerhard Valet, Arzt und Enkel des Firmengründers, wurde nach dem Tod Hermann Schecks im Jahr 1966 Geschäftsführer.
Als Herstellungsleiter erweiterte Dr. Valet die Produktpalette für Heilpräparate und Pflegekosmetik.

Er entwickelte Retterspitz Gelee, Retterspitz Quick, Retterspitz Aerosol und Präparate der Pflegekosmetik, Retterspitz Aktiv Hautpflegewasser, Retterspitz Saunaessenz, Retterspitz Lilas, Retterspitz Duschgel, Retterspitz Flüssigseife, Retterspitz Shampoo, Retterspitz Haarkur, Retterspitz Grüne Hautpflege, Retterspitz Massageöl, Retterspitzwasser Anno 1902.
Im Jahre 1978 gründete er die Firma Retterspitz GmbH für die Produktion und führte die Traditionsfirma seines Großvaters Apotheker Hans Scheck als OHG weiter. Im Jahre 1987 wur-de auf dem großen Betriebsgelände ein Verwaltungsneubau errichtet.
Ab 1992 ließ Dr. Valet für die Anwen-dung des Retterspitz Äußerlich qualitätsgesicherte, in Deutschland gefertigte Textilien herstellen, die in
gleichbleibender Qualität und in überschaubaren Formaten dem Endverbraucher angeboten werden. Inzwischen steht mit den Söhnen von Dr. Valet die vierte Generation an der Spitze des Unternehmens, das immer noch zu 100 Prozent in Familienbesitz ist.
Diplomkaufmann Markus Valet und Produktionsleiter Florian Valet blicken auf eine über 100-jährige Firmentradition zurück.

Der Name Retterspitz bürgte
stets für sicher wirkende und gut verträgliche Produkte. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.
Die Geschäftsführer Markus und Florian Valet (rechts).